Respect – Dancehall against Discrimination and intolerance
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Wir distanzieren uns hiermit entschieden von diskriminierenden und intoleranten Ansichten. Es hat Missverständnisse gegeben, die zu einem falschen Bild von uns geführt haben. Wir sind eine gewaltfreie, tolerante und respektvolle Community; und Unterschiede sind uns gleichermaßen willkommen wie Gemeinsamkeiten. Bei uns kann jede/r mitfeiern, der sich mit diesen Grundprinzipien identifiziert, und sei hiermit wärmstens dazu eingeladen, sich selbst davon zu überzeugen!
Pull up!
Da es schwierig ist, die Meinung so vieler verschiedener Leute unter einen Hut zu bekommen überlassen wir Bob Marley das Wort, er hatte einiges zu sagen.
BM: Every man got the right to decide his own destiny.
Jede/r hat für sich das Recht, sein oder ihr Leben zu leben, wie es ihm oder ihr passt, ohne Angst vor Verfolgung, Diskriminierung oder Gewalt. Wir leben schon seit der Formierung der Szene als gegenkulturelle Bewegung im Sinne von Live and let live.
BM: Prejudice is a chain, it can hold you. If you prejudice, you can't move, you keep prejudice for years. Never get nowhere with that.
Wir sind eine facettenreiche Szene mit Leuten unterschiedlichen Alters, aus unterschiedlichen Schichten, unterschiedlicher Herkunft, zusammengesetzt aus verschiedenen Ethnien, Geschlechtern, Religionen und sexuellen Ausrichtungen. Das klappt nur, wenn man die Verschiedenheit des anderen akzeptieren kann. Wir lehnen Intoleranz und Diskriminierung ab, sei es in Form von Rassismus, Sexismus oder Homophobie.
BM: Reggae is a music that has plenty fight. But only the music should fight, not the people.
Die Vorstellung von Reggae als reiner Gute-Laune-Sunshine-Musik hat sich spätestens seit dem Aufkommen des Dancehall überholt. Musikalisch und inhaltlich ist Dancehall viel aggressiver als Roots Reggae. Wir sehen homophobe Texte im Sinne von Olaf Karnik von der Riddim Redaktion metaphorisch; im Kontext der Sound System Clash-Kultur, die durchweg martialisch wirkt, da wird gekillt und verbrannt bis kein Stein mehr auf dem anderen steht – was im Übrigen ebenso für den gegnerischen Sound gilt, der schmort am Ende der Veranstaltung auch in den ewigen Höllenfeuern.
BM: The first thing you must know about me is that I always stand what I stand for. Good? The second thing you must know about yourself listening to me is that words are tricky. So when you know what me a stand for, when me explain a thing to you, you must never try to look 'pon it in a different way from what me a stand for.
Man kann und sollte Äußerungen nicht außerhalb ihres Kontexts betrachten. Homophobie ist auf Jamaika kulturell, religiös und sogar gesetzlich verankert. Das gilt für Deutschland glücklicherweise nicht bzw. bei weitem nicht in demselben Maße; und das heißt auch nicht, dass wir das gutheißen. Aber wir hören jamaikanische Musik – und wir hören sie nicht, weil sie homophob ist (und das ist auch nur ein sehr kleiner Ausschnitt des Reggae und Dancehall!) sondern weil wir die Musik lieben. Wir glauben, dass Musik nur in der Auseinandersetzung mit der Kultur, aus der sie stammt, verstehbar wird. Und das kann sogar Anstoß zur Reflexion sein.
BM: The good times of today are the sad thoughts of tomorrow.
Trotzdem gibt es zu denken, wenn auf schwulenfeindliche Gewaltverbrechen auf Jamaika hingewiesen wird. Wer heute bei Battyboy-Tunes mitsingt, könnte sich daher morgen fragen, was mit Brian Williamson passiert ist, einem Mitgründer von J-Flag (Jamaican Forum of Lesbians, All-Sexuals and Gays). Er wurde 2004 umgebracht. Er war nicht das erste und gewiss auch nicht das letzte Opfer homophober Gewalt, weder auf Jamaika noch in Deutschland, und das ist grauenvoll.
Wir müssen uns daher trotz allem fragen: Was machen wir in Deutschland mit Äußerungen, die zu Hass und Gewalt aufrufen, die unseren Prinzipien widersprechen? Die Situation in Deutschland liegt schließlich in unseren Händen. Und um unter den gegebenen Umständen weiterhin Reggae und Dancehallkonzerte und -parties feiern zu können, müssen wir Alternativen zum Auftrittsverbot finden.
BM: Free speech carries with it some freedom to listen.
Deswegen: Wir schaffen den Battyboy-Tune* in Deutschland ab.
Das heißt für die KünstlerInnen, sich an den Reggae Compassionate Act zu halten. Für die Soundsystems heißt es, solche Tunes nicht aufzulegen. Für die Fans, sie nicht zu kaufen. Und für diejenigen Reggaeclubs, die das noch nicht getan haben, klare Vereinbarungen mit den KünstlerInnen zu treffen.
- Hierzu zählen wir Tunes, in denen homophobe Hetze verbreitet wird, sowie Speeches und Ansagen solchen Inhaltes.
BM: No man can lead man, we have to have unity.
Wir haben unten drei Unterschriftenlisten angelegt, damit ihr euch hier öffentlich mit uns identifizieren könnt, eine für Fans, eine für Professionelle, und eine für KünstlerInnen. Falls ihr Anmerkungen habt oder diskutieren wollt, steht euch das Forum unter www.u-club.de zur Verfügung. Aber bitte, auch bei konträren Meinungen:
Respect – Dancehall against Discrimination and intolerance!
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